Muss ich meine Mandeln entfernen lassen?

mandeln entfernen lassen

Halsschmerzen, zerklüftete Mandeln, Fieber und Unwohlsein; häufig liegt dem eine Mandelentzündung zu Grunde.

Diese Mandelentzündung, auch Tonsillitis oder Angina tonsillaris genannt, ist eine schmerzhafte Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsillen) und ist hochansteckend. Sie zählt zu den 20 häufigsten Gründen einen Arzt aufzusuchen, heilt aber bei richtiger Therapie innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Bleibt sie unbehandelt, kann sie jedoch schwere Komplikationen nach sich ziehen, oder chronisch werden. Ein deutlicher Mundgeruch durch die Mandeln entsteht.

Die Gaumenmandeln befinden sich hinter den seitlichen Gaumenbögen im Rachenraum, sie schützen die oberen Atemwege vor dem Eindringen von Bakterien und Viren. Unsere Gaumenmandeln haben eine wichtige Funktion. Sie fungieren als eine Art Frühwarnsystem unseres Körpers gegen Keime, die durch den Mund oder die Nase in unseren Körper gelangen. Sie sind ein sehr wichtiger Teil unseres Immunsystems und bilden eine Art Abwehr-Barriere, welche Immunzellen bildet und somit als Schutzfunktion des Körpers dient.

Entzünden sich die Mandeln, werden sie oft selbst zum Problem: Ist der Immunschutz durch eine Virusinfektion, beispielsweise eine Erkältung geschwächt, vermehren sich Viren und Bakterien, wodurch das Gewebe im Hals anschwillt und Schluckbeschwerden verursacht. Häufig handelt es sich bei den Erregern um Bakterien aus der Gruppe der Streptokokken, die eine solche Entzündung und eitrige Mandeln verursachen. Durch Tröpfcheninfektionen, durch Husten, Nießen, Küssen, Sprechen etc. Werden die Bakterien übertragen. Eitrige und weiße Mandeln kommen zum Vorschein.

Symptome einer Mandelentzündung

Die Symptome einer klassischen Angina sind neben starken Hals- und Schluckbeschwerden, sowie schmerzen im Rachen, die bis ins Ohr strahlen können, auch Fieber, Schüttelfrost und Kopfweh. Im Allgemeinen tritt ein Krankheitsgefühl durch Lust- und Antriebslosigkeit auf. Dazu können auch noch die Lymphknoten geschwollen sein.

Die verstärkte Mundatmung und die eitrigen Beläge auf den Mandeln, auch Eiterstippchen genannt, können zusätzlich zu starkem Mundgeruch führen. Lässt man sich nicht richtig behandeln kann auch ein chronischer Mundgeruch entstehen. Doch auch durch einfache Hausmittel lässt sich dieser Mundgeruch wegbekommen.

Ein Besuch beim Hals-, Nasen-, Ohrenarzt Arzt kann die Diagnose ergeben. Durch verschiedenen Geräte und mögliche Blutproben kann er die Form der Angina und den damit verbundenen Krankheitsgrad feststellen.

 

Zerklüftete Mandeln entfernen lassen

Früher wurden Mandeloperationen besonders häufig durchgeführt, sobald weiße und zerklüftete Mandeln auf eine Angina hingewiesen haben. Heute jedoch werden Eingriffe wesentlich reduzierter vorgenommen. Nicht allein weil es ein sehr schmerzhafter Eingriff ist. Zusätzlich können bis zu zwei Wochen nach der Operation Nachblutungen auftreten. Auch das Schlucken von Essen und Trinken ist besonders schmerzhaft. Einer Operation sollte man sich also erst unterziehen, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt.

Ist die Mandelentzündung nur leicht, ist es möglich, diese in den ersten beiden Tagen selbst zu behandeln. Gegen Fieber und Halsschmerzen helfen zunächst schon abschwellende Mittel, wie Paracetamol oder Ibuprofen. Da diese allerdings nur die Symptome beheben und nicht die Ursache behandeln, muss die Ursachenbekämpfung dem Immunsystem überlassen werden. Werden alle Erreger beseitigt bleibt eine Behandlung durch Antibiotika meistens aus.

Häufig lassen sich diese Entzündungen schon durch Ausruhen und viel Trinken beheben. Möglichst sollten aber keine kalten und säurehaltigen Getränke aufgenommen werden. Zwar wirken sie schmerzlindernd, vermindern jedoch die Durchblutung. Um den Heilungsprozess zu fördern, sind warme Getränke deshalb besser. Auch Halsbonbons gegen Schluckbeschwerden sowie das Spülen und Gurgeln mit Salbeitee oder Halswickel bewirken meist Wunder. Um die Gefahr der Ansteckung zu vermeiden, sollte man den Kontakt zu anderen bestenfalls meiden.

Wenn die Beschwerden nicht besser werden, oder weitere Symptome, wie Atembeeinträchtigung, starke Schmerzen oder sehr hohes Fieber auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Meistens werden neben dem Rachen auch die Ohren und die Nase untersucht. Ist die Mandelentzündung durch Streptokokken-Bakterien ausgelöst worden verschreibt der Arzt meist eine Therapie mit Antibiotika. Diese Entscheidung orientiert sich an definierten Kriterien, um eine unnötige Verordnung von Antibiotika zu vermeiden. Meist lässt sich aber einer solchen Behandlung nicht aus dem Weg gehen, ohne sich die Mandeln endgültig entfernen zu lassen. Sie verhindert in der Regel, dass die Entzündung auf die Ohren und den Nasenraum übergeht, sich Abszesse bilden oder Spätfolgen wie Nierenprobleme auftreten. Auch wenn die Beschwerden schon vorher abklingen, ist es wichtig, das Antibiotikum so lange einzunehmen, wie vom Arzt verschrieben. Sonst kann es sein, dass Keime überleben, und die Entzündung wiederkehrt.

Um schlimmere Erkrankungen wie Tumore oder chronische Entwicklungen ausschließen zu können werden manchmal auch Blutuntersuchungen oder Abstriche vorgenommen. Durch solche Mandelabstriche können bestimmte Erreger nachgewiesen werden. Auch das Blutbild gibt Aufschluss über deutliche Entzündungszeichen. Erweisen sich die Gaumenmandeln als stetige Entzündungsherde, wird der Arzt erwägen, sie operativ zu entfernen.

Wann werden die Mandeln heutzutage entfernt? Weiße Mandeln entfernen

Heute gilt, dass die Mandeln erst dann entfernt werden, wenn bei Erwachsenen der Einzelfall durch eine Virusinfektion bedingt ist, und Antibiotika nicht, wie bei bakteriellen Entzündungen helfen kann. Eitrige Mandeln, welche meist auf Abszesse hinweisen oder Allergien lassen die Betroffenen meist nicht um eine Operation herum kommen. Bei Kindern werden in der Regel erst dann die Mandeln entfernt, wenn fünf oder mehr Mandelentzündungen pro Jahr auftreten. Eine Operation ist unumgänglich, wenn durch starke Vergrößerungen durch zerklüftete Mandeln die Atmung beeinträchtigt ist, oder der Verdacht auf einen Tumor besteht. Führen weiße Mandeln, sowie zerklüftete Mandeln zu Blutvergiftungen (Sepsis), oder einer Art Herdbildung, wobei davon auszugehen ist, dass die Bakterien in andere Organe streuen, ist eine Operation meist die erste Wahl. Mundgeruch durch Mandeln, sowie chronischer Mundgeruch, ausgelöst durch eine immer wiederkehrende Tonsillitis in Verbindung mit Schluckbeschwerden ist häufig auch ein Grund für eine endgültige Entfernung der Gaumenmandeln.

Kommt es also zu einer operativen Entfernung der Gaumenmandeln gibt es mehrere Möglichkeiten.

Zum einen besteht die Möglichkeit einer Tonsillektomie, wobei beide Gaumenmandeln unter chirurgischem Eingriff komplett entfernt werden. Unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung wird dieser Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt. Neben einer endgültigen Entfernung der Mandeln, gibt es auch die Möglichkeit, sie zu verkleinern und nur einen Teil der Gaumenmandeln, ambulant zu entfernen. Diese sogenannte Tonsillotomie wird vor allem bei Kindern durchgeführt, bei denen die Größe der Mandeln zu Schluck- und Atembeschwerden führt, jedoch keine akute Mandelentzündung vorliegt. Diese Teilentfernung ist insofern sinnvoll, dass die Abwehrfunktion der Mandeln nach wie vor erhalten bleibt.

Ist die Mandelentzündung jedoch chronisch kommt man meist nicht drum herum, die Mandeln entfernen zu lassen, da ein chronisch entzündetes Organ im Körper bliebe.

Obwohl Kinder die Nachwirkungen einer solchen Operation einfacher wegstecken, empfinden Erwachsene diese meist als besonders unangenehm und schmerzhaft.

Bewiesen ist jedoch, dass es keine schlimmen Folgen für das Immunsystem hat, wenn man sich die Mandeln entfernen lässt, sodass es sich auch ohne Gaumenmandeln gesund leben lässt.

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